Nur ein kurzer Besuch….

BMG-Wappen.pngAm Sonnabend den 04. Juli luden die “United Metalheadz München” zur diesjährigen Sommerparty ein. Einen ersten Grund zur Verwunderung bot der Umstand, das die Metalheadz sich in der Regel mit „S“ am Ende und nicht wie hier mit „Z“ schreiben.

Ob sie sich neuerdings schämen den Buchstaben „S“ am Ende eines Wortes zu verwenden oder ob die tropischen Temperaturen hier eine Rolle spielten, wird wohl fürs erste ungeklärt bleiben.

Bereits vor einigen Wochen konnte man allerhand lesen, über die zahlreich angebotenen Attraktionen. So kündigten die fröhlichen Metalheadz via Facebook auf ihrer bunten Sommerfete sogar einen eigenen Flohmarkt, Speis und Trank und natürlich jede Menge Spaß an.

Natürlich wollten wir uns das nicht entgehen lassen und mit hochgesteckten Erwartungen machten sich zwei Brüder am Sonnabend auf um sich dieses heitere Spektakel aus der Nähe anzusehen. Beginn der ganzen Sause sollte laut Veranstalter bereits um 18 Uhr sein, so hielten wir es für durchaus angemessen extra zwei Stunden später einzutreffen, da wir der Annahme waren, dass das bunte Treiben bereits in vollem Gange sein müsste. So trafen wir kurz vor Acht im Gelände LOK Freimann, ein Jugendzentrum der Stadt München ein.

Völlig überrascht und auch entsetzt, daß trotz der zwei stündigen Verspätung noch immer nichts los war, nutzen wir die Zeit um uns das Gelände näher anzusehen. Der eigentliche Austragungsort, bestehend aus zwei alten Zugwaggons einem kleinen Pavillon und einem neben an stehenden frisch sanierten Gebäude, schien leider weitestgehend unspektakulär.

Mit ungetrübter Vorfreude kamen wir dann endlich dem Ort des Geschehens näher und konnten tatsächlich ein paar offensichtlich der Metalszene zugehörigen Personen erspähen. Doch statt uns herzlich zu empfangen und uns vorurteilsfrei zu begrüssen, wurden wir sofort kritisch begutachtet.

Nachdem wir uns ein wenig an die bohrenden Blicke der anderen „Feiernden“ gewöhnt hatten, viel uns ein riesenhaftes Banner mit folgender, merkwürdiger Aufschrift auf:

“Metalheads (diesmal mit S) gegen rechte Gewalt” stand in großen Lettern geschrieben und daneben ein asiatisches Glückssymbol auch bekannt als Swastika, unerklärlicher Weise durchgestrichen.

cache_2420035179Bild der Seite „Metalheads gegen rechte Gewalt“

Unwillkürlich fragten wir uns natürlich, warum in aller Welt muss eine scheinbar unpolitische Veranstaltung, die auch als solche beworben wurde, plötzlich auf solcherlei Art instrumentalisiert werden? Was hat Metal (im allgemeinen) generell mit Politik zu tun oder gar mit Gewalt? Was hat man hier gegen Asiaten und deren Glückssymbole?

Nachdem wir nun zu allem Überfluss auch noch die Aufmerksamkeit einiger offensichtlicher Krawallmacher auf uns gezogen hatten, welche ganz klar der örtlichen linksautonomen Meinungspolizei zuzuordnen waren, wollten wir die Veranstaltung nicht weiter mit unserer Anwesenheit belasten. Wie die meisten wissen haben wir nichts gegen Kulturvölker wie solche die zu ihrer uralten Tradition und deren (Glücks)Symboliken stehen.

Eine solche offensichtlich politische Veranstaltung hat nichts mit Metal und der Förderung von Musik, Kunst und Kultur zu tun. So etwas wollen und können wir einfach nicht unterstützen. Also tranken wir unsere Getränke in aller Ruhe aus, denn bezahlt ist bezahlt und verließen die Veranstaltung.

Beim späteren durchstöbern der zur Party gehörenden Internetseite der MetalheadZ las man unter anderem folgendes:

Wir haben 2007 eine Banneraktion mit dem Motto "Metalheads gegen
rechte Gewalt gestartet"
Da leider einige "Bands" versuchen die Metal Szene mit ihrem
rechten Gedankengut zu unterwandern, wollen wir und unsere
befreundeten Vereine hiermit eindeutig Stellung beziehen und
deutlich machen, dass wir solche geistigen Irrläufer weder
tolerieren noch akzeptieren!

Fragen, welche sich hier durchaus berechtigt stellen, wären zum Beispiel:

Was hat Musik (sogenannter rechter Gruppen) mit Gewalt zu tun, oder besser gefragt inwieweit kann Musik jemanden ernsthaft verletzen?

Wie kann man Toleranz für alles und jeden fordern, aber kritische Interpreten oder jene, die alte Zeiten besingen gänzlich ausschließen und offen mit Intoleranz begegnen?

Warum müssen selbst die kleinsten und unwichtigsten Gruppierungen oder “Vereine” ständig Politik in Konzerte oder Veranstaltungen einfließen lassen?

Diese Fragen werden wohl offen und unbeantwortet bleiben.

Trotz dieser eigentlich vorausgeahnten Enttäuschung, ließ man sich diesen angebrochenen Abend nicht verderben und ließ selbigen bei einem kühlen Getränk in einer gastfreundlicheren Wirtschaft ausklingen!