Im Gespräch mit Norrut!

12938363_444587469083756_2564832426487860911_nEine weitere, vielleicht für einige noch unbekannte deutsche Schwarzmetallkapelle erklärte sich bereit, uns und in dem Falle auch den Lesern über ihre Hintergründe näher zu informieren.

Wir sind im Gespräch mit Norrut, welche aus Sachsen kommen und erst vor kurzem ihre Vollscheibe „Totenpforte“ veröffentlichten.

In einem kurzen Vorabgespräch, einigten wir uns darauf, dass sofern gewollt, die ganze Band zu Wort kommt. So sei es nun.

B.M.G

Seid gegrüßt Norrut, als erstes danke ich Euch vorab für die Zeit und das mitgebrachte Interesse uns mehr über Euch zu erzählen. So möchte ich eigentlich auch gar nicht groß drum herum reden und gleich zu meiner ersten Frage übergehen.

Was steckt hinter Norrut, also konkret gefragt, wer seid Ihr und was bewegte Euch dieses Projekt ins Leben gerufen zu haben und was bedeutet Norrut ?

Norrut:

Tobias (24) alias T. ist unser Sänger, Thomas (28) alias Surtr ist unser Bassist, Steven (25) alias Abigor ist unser Gitarrist und Christoph (30) alias Dementum ist unser Schlagzeuger. Das Projekt Norrut entsprang zwei geisteskranken Black-Metalverrückten Musikern (Abigor und Dementum), die beschlossen ihre zwei größten Leidenschaften(Black Metal und Mucke machen) zu verbinden.Anfangs noch als Zwei-Mann-Projekt unter dem Namen Obscurus Dementia kristallisierten sich nach längerer Suche und diversen Durchgangsmitgliedern zwei gleich gestörte Musiker als feste Mitkrawallmacher am Bass und Gesang(T. und Surtr). Norrut entspringt dem schwedischen und bedeutet nordwärts.

B.M.G

Könnt Ihr hier noch etwas ins Detail gehen? Warum ausgerechnet Black Metal?

Norrut:

Abigor: Weil es für mich mittlerweile eine Lebenseinstellung geworden ist und ich der Meinung bin das man gewisse Gefühle,wie Wut und Hass, mit Black Metal bestens ausdrücken kann! Hinzu kommen Dementums Vorlieben für okkulte Dinge und den Satanismus, welche dem BM natürlich bestens in die Karten spielen. Somit war der Weg zum BM geebnet, Surtr`s Christenhass fügt sich ebenfalls bestens in die Reihe“Wie kam es zu BM?“ T.`s Ambitionen für den BM rühren der musikalischen Herausforderung und des Anspruchs seiner Umsetzung her.

B.M.G

Gab es Norrut bereits vorher, nur unter anderem Namen, oder habt Ihr Euch so zusammen gefunden und beschlossen gemeinsam etwas zu erschaffen?

Norrut:

Norrut existierte vorher unter dem Namen Obscurus Dementia. Umbenannt haben wir uns weil der vorherige Name zu lang und nicht einprägsam war.

B.M.G

Nun ist ja im Juni Euer, soweit ich informiert bin, erstes Album erschienen. Erzählt unseren Lesern und mir, was Ihr mit „Totenpforte“ aussagen wolltet, welches Thema Ihr darin bearbeitet und vor allem wie Ihr darauf gekommen seid?

Norrut:

Die EP ist in erster Linie nicht als Konzeptwerk geplant gewesen, da sich der Tod jedoch wie ein roter Faden durch die Lieder zieht und das Bild auf dem Cover uns sofort den EP Titel suggerierte entstand für uns ziemlich schnell ein schlüssiges Konzept vom Menschensterben.

B.M.G.

Ist die Veröffentlichung so gelaufen, wie Ihr Euch das erhofft habt, oder gibt es Verbesserungswünsche?

Norrut:

Wir sind schon mal überglücklich, dass es so schnell zu einer Labelveröffentlichung kam, das hätten wir nie erwartet. So ist alles zu unserer Zufriedenheit gelaufen außer dass die EP noch etwas in den Verkaufsregalen festklebt.

B.M.G

Da insbesondere in den heutigen Zeiten politische Korrektheit wie eine Seuche durch das Black Metal Genre zieht und sich jeder neuerdings von allem und jedem distanziert, ist meine Frage, wie steht Ihr zu diesem Thema?

Norrut:

Unserer Ansicht nach ist Black Metal kein politisches Medium, Politik und Black Metal gehören nicht zusammen. Wir als Band widmen uns lieber den mythologischen Aspekten, hatten aber warum auch immer schon mit NS-Vorwürfen zu tun. Als NSBM kategorisieren wir uns selbst nicht. Es gibt natürlich immer Idioten die in jeder Äußerung ein politisches Motiv suchen oder bei nicht ausreichender Distanzierung zum 3. Reich einen vermeintlichen „Aufdeckungserfolg“ verbuchen wollen. Solang die Texte einer BM-Band nicht vor „Reichsromantik“ triefen sind uns die politischen Ausrichtungen, Vorlieben im Bett oder die Klogewohnheiten einzelner Musiker egal.

B.M.G

Um zurück zu Eurer musikalischen Arbeit zu kommen, wer verfasst bei Euch eigentlich die Texte und stehen dann alle Mitglieder von Norrut dahinter oder gibt es thematische Differenzen?

Norrut:

Dementum schreibt bei uns die Texte da er einen einzigartigen Ausdruck und die besten Ideen hat. Bis jetzt kam es noch nie zu Differenzen, was wohl mit der Angst vor Drumsticks in sämtlichen Körperöffnungen der anderen Mitgliedern erklärt werden kann.

B.M.G

Gibt es für Norrut thematische Grenzen oder eher nicht? Wenn ja, welche wären das?

Norrut:

Wie wir schon erwähnt haben wird man in unseren Texten keine politischen Themen oder sonstiges finden weil für uns diese mit BM eben nicht zusammen passen. Sonst sind wir thematisch sehr offen und lassen uns von allerlei Zeug inspirieren.

B.M.G

Wie seht ihr die Verweichlichung des Black Metal, insbesondere in Deutschland? Konkret gefragt, wir vertreten ja die Ansicht Black Metal darf im Prinzip alles, wie steht ihr dazu bzw. welche Aussage würdet ihr treffen?

Norrut:

Dass der deutsche BM verweichlicht kann man eigentlich so nicht sagen, da es schon immer Bands gab die einen sehr kitschigen Sound kreierten und wiederum andere, die einen sehr rauen Sound präsentierten. So ist es natürlich auch heute noch. Wir als Anhänger des Raw Black Metals widmen uns daher auch nur diesem Zweig. Natürlich darf Black Metal Alles, es sollte nur nicht so weit gehen dass Bands sich musikalisch und textlich auf VIVA-Niveau bewegen um Gesellschaftskonform und radiotauglich zu sein. Diverse BM Subgenres sind natürlich an sich eine gute Sache, da diese zum Erhalt des Ganzen beitragen.

B.M.G

Wie seid Ihr, also Norrut im Allgemeinen oder auch gern die einzelnen Akteure dahinter, denn zum Schwarzmetall gekommen und wer hat Euch inspiriert?

Norrut:

Surtr: Ich hatte selbst in meiner Jungendzeit nie einen Bezug zur elektronischen Musik oder zu Hip-Hop gehabt sondern tendierte eher zur klassischen Gitarrenmusik. Mit der Zeit bin ich dann zum Punk und OI gekommen und habe 4 Jahre in einer Punkrock Band gespielt. Mit der Zeit war mir das auch nicht hart genug und somit bin ich durch ein guten Freud zum Black Metal gekommen und habe diese Musik lieben gelernt. Inspiriert wurde ich von Bands wie Black Sabbath und Amon Amarth.

Dementum: Wie auch Surtr hörte ich als Kind am liebsten Rockmusik. Im fortlaufenden Alter musste es auch bei mir härter werden. Mit 11 Jahren sah ich das erste Mal Konzertmitschnitte von Metalbands die ein düsteres Image pflegten und so wurde meine Faszination für Black Metal geweckt und blieb trotz kleinerer Ausflüge in andere Musikkulturen während meiner Jugend bis heute bestehen. Einzelne Bands kann ich jedoch nicht als Inspirationsquelle angeben da ich mich vom Großen und Ganzen inspirieren lasse.

Abigor: Der Hang zur härteren Musik wurde durch meinem Vater geweckt der mir in jungen Jahren seine damals erste Scheibe von AC/DC in die Hände drückte. Später wagte ich mich dann an Bands wie Black Sabbath, Iron Maiden und Alice Cooper. Als ich mit 12 Jahren mein erstes Alice Cooper-Konzert besuchte, welches durch die hervorragenden Bühnenshows sehr brutal gestaltet war, wurde auch das Interesse an den noch härteren Genre geweckt. Schließlich holte ich mir dann meinen ersten Silberling von Marduk und dadurch fing meine Leidenschaft zum Black Metal an.

T.: Schon in meinen Jugendjahren habe ich Musik der härteren Gangart gehört, allerdings nie Black Metal. Zwischenzeitlich war ich in einigen Metalcore Bands aktiv was jedoch leider nie von längerer Dauer war. Auf der Suche nach neuen Projekten kam ich durch einen gemeinsamen Freund zu Norrut und damit zum Black Metal welcher mich durch sein aggressiven, rauen und schnellen Grundton zur Treue bewegt hat.

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B.M.G

Ihr seid beim Label „This Winter Will Last Forever“ , wie kam es zur Zusammenarbeit und ist dort alles zu Eurer Zufriedenheit?

Norrut:

Das Label durchstöberte unsere Facebook Seite auf der zur damaligen Zeit 2 Lieder von uns zum anhören bereitstanden. Diese zwei Tracks haben sie scheinbar so begeistert das sie uns im Januar diesen Jahres eine Zusammenarbeit offerierten. Auf Grund der tollen Rahmenbedingungen entschieden wir uns zur Zusage. Soweit sind wir mit dem Label zufrieden, alle Absprachen haben bestens funktioniert, über den Verkaufspreis der EP kann man allerdings streiten.

B.M.G

Eine persönliche Frage brennt mir noch unter den Nägeln: Kennt Ihr Euch untereinander schon länger privat, oder habt Ihr Euch im Zuge der Idee gefunden und dann kennengelernt?

Norrut:

Dementum und Ich (Abigor) kannten uns schon bevor wir Norrut gründeten durch ein anderes Musikprojekt. Die anderen beiden entwickelten sich nach diversen Gastmusikern zu festen Bandmitgliedern.

B.M.G

Was wird von Euch in Zukunft zu erwarten sein? Gibt es weitere Projekte, Alben, Splits oder ähnliches an dem ihr zur Zeit arbeitet?

Norrut:

Zum einen arbeiten wir momentan an unserem Debütalbum welches von Anfang an als Konzeptwerk geplant ist. Des weiteren sind wir dabei verschiedene Splits anzuleiern und natürlich wöllten wir in naher Zukunft auch gern verstärkt Gigs spielen.

B.M.G

Sind alle Mitglieder von Norrut nur in dieser Band aktiv, oder verfolgen einige noch andere Projekte und wenn ja welche?

Norrut: 

Momentan konzentrieren sich alle Mitglieder auf Norrut. Ob sich der ein oder andere irgendwann noch anderen Projekten widmet, wird von uns keiner sagen können. Möglich ist alles aber in erster Linie geht die ganze Kraft in Norrut.

B.M.G.

Was wünscht sich Norrut oder jeder einzeln für die kommenden Jahre, wo soll die Reise hingehen?

Welche Pläne bestehen für die Zukunft?

Norrut:

Unser Plan sieht vor uns im Black Metal Genre ordentlich zu etablieren und einen festen Platz als Größe zu erreichen. Auf jeden Fall wären wir in Zukunft sehr über zahlreiche Gig-Gelegenheiten erfreut. Unser momentan sehr hoher Output an Songmaterial sollte natürlich auch konstant bleiben, um die BM-Community immer mit neuen Tracks verwöhnen zu können. Unser größter Wunsch jedoch ist, dass wir in dieser freundschaftlichen Besetzung immer bestehen bleiben.

B.M.G

Ich möchte mich hier nochmal für Euer Engagement bedanken, vor allem die Zeit für dieses Gespräch und die Information gefunden zu haben, um uns einen Einblick in Euer Schaffen zu gewähren.

Das letzte Wort habt Ihr, bitte!

Norrut:

Vielen Dank, dass ihr uns als Interviewpartner in Betracht gezogen habt und natürlich auch für den Support. An alle Schwarzmetaller:Tut was ihr wollt und lasst euch von keinem daher gelaufenen Szenepolizisten erzählen was ihr zu denken habt und wie ihr aussehen müsst! Black Metal bedeutet Individualismus und nicht Uniformgeilheit. Weiterhin wollen wir uns bei Allen bedanken, die uns in unserem rund einjährigem Bandbestehen mit soviel positiver Resonanz in Form von Klicks, Likes, etc. überhäuft haben! In diesem Sinne: Keep the Szene alive an check out our EP “Totenpforte“! HAIL METAL!!!

 

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