Black Metal im Wandel der Zeit?

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Die deutsche Schwarzmetall-Landschaft ist zunehmend im Wandel.

Wo sich die skandinavischen Länder, insbesondere Finnland und Schweden, weitestgehend ihren Wurzeln treu bleiben und man bei unseren osteuropäischen Nachbarn sogar eine zunehmende Abkehr jeglicher Konformität gegenüber der scheinheiligen westlichen Wertegesellschaft verzeichnen kann, bewegen sich immer mehr deutsche Kapellen in eine Annäherung, ja gar Anbiederung, an hier gültige Norm- und Moralvorstellungen. Von einer Auslotung der Grenzen zur Legalität im Sinne der künstlerischen Freiheit und, nicht zu vergessen, der Freiheit der Rede, kann hier schon lange nicht mehr gesprochen werden. Lediglich musikalisch knüpft man hier und da noch an „alte Tage“ an. Löblicherweise gibt es natürlich noch einige Ausnahmen, auch hierzulande, allerdings bestätigen diese nur das, was längst zur Regel geworden ist.


Es scheint schick zu sein, sich hinter dem allmächtigen Gehörnten zu verstecken, seine Gutmenschlichkeit und sein systemangepasstes Privatleben im blasphemischen Mäntelchen zu verstecken. Wettert man doch lautstark gegen das Christentum und lässt scheinheilig die anderen abrahimitischen Religionsauswüchse unbeachtet. Als Satanist ist man doch schließlich Freigeist und jeder weiß, der Teufel hasst nichts mehr als Nationalstaaten, Rassisten und deren faschistoides Weltbild, welches man durch Kritik am Islam oder gar dem Judentum auch noch begünstigen würde.

Diese Kritikpunkte sind von uns schon mehr als einmal angesprochen worden.
Was uns letztendlich dazu bewegt diesen Denkanstoß zu verfassen, ist die Zunahme diverser Schmutzkapellen und deren Zuhörer, welche wir grob einmal unter „Post Black Metal“ zusammenfassen wollen.
Als wir zu Anfang unserer Recherche interessehalber auch einmal Wikipedia konsultiert haben, staunten wir jedoch nicht schlecht. Diese behauptete doch glatt, dass alles was NICHT dem alten Kontext der norwegischen „ersten Welle“ entspricht und Euronymous’ (Øystein Aarseth) Aussage nach [Die Musik im Black Metal spielt nur eine untergeordnete Rolle. Solange kein Satanismus textlich verarbeitet wird, ist es kein Black Metal], ganz eindeutig „Post“ sein muss.

Ergo schließt Wikipedia daraus, dass selbst Ulver, Impaled Nazarene, Taake und viele weitere Bands, welche in diesem Schlaumeier-Artikel namentlich erwähnt werden, faktisch kein „Black Metal“ im eigentlichen Sinn mehr sein können.
Wikipedia als Quelle zu benutzen um so etwas zu begründen ist ohnehin schon Schwachsinn, aber für uns steht fest, wenn etwas lediglich musikalisch nach Black Metal klingt, hingegen ein paar Kasper in Hipsterklamotten auf der Bühne von Frieden und Toleranz kreischen, ist dies weder im Sinne des Erfinders noch kann es irgendwie als Black Metal bezeichnet werden, ob nun Post oder sonst wie. Warum suchen sich solche Friedenstauben nicht einen Musikstil aus, zu dem man auch am Bahnhof klatschen kann?
Wollen wir doch jetzt einfach einmal Black Metal so definieren wie wir ihn für uns sehen und zwar einfach auf den zwei festen und logisch nachvollziehbaren Säulen, auf denen er als Grundfundament steht, nämlich der inhaltlichen, also ideologischen, die natürlich in erster Linie durch den Text, die philosophische Basis, sicher aber auch durch Kleidungsstil und Lebensart zum Ausdruck kommt und eben der musikalischen, welche die Spielart der Instrumente, den Gesang und ähnliches ausmacht.
Zuerst wollen wir uns der inhaltlichen/ideologischen Säule widmen.

Seit der Entstehung des Black Metal Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre steht ein klares Feindbild bis heute fest. Dieses feste Feindbild beinhaltete immer monotheistische Religionsstrukturen, deren Auslebung, Ausbreitung und gesellschaftliche Vorherrschaft. Ein weiterer wichtiger Themenkomplex war die ablehnende Haltung gegenüber sogenannten christlich-abendländischen Werten, falscher Toleranz und verweichlichter Humanität. Jede Band thematisierte die für sich wichtigen Punkte, jedoch kam man zumindest weitestgehend inhaltlich immer auf einen gemeinsamen Nenner. Auch heute ist klar zu definierender Black Metal inhaltlich nach diesem Prinzip ausgelegt und geprägt, auch wenn der Schwerpunkt natürlicherweise nicht mehr ausschließlich das Christentum, sondern vermehrt andere monotheistische/abrahimitische Glaubensdoktrin ist, da diese heutzutage essentiell das bedroht, was wir als unsere Freiheit sehen. Vor dem Islam oder gar dem Judentum darf wohl nicht halt gemacht werden, wenn es um ernstzunehmende Kritik an den heutigen Verursachern gesellschaftlicher und weltbewegender Missstände, aus unseren Reihen geht. So wie sich die Umstände in den letzten Dekaden, seit Entstehung des Genres geändert haben, so kann und muss sich natürlich auch die Textthematik im Wandel der Zeit anpassen, ohne jedoch vom eigentlichen Kern, der Grundaussage abzuweichen.

Natürlich sehen auch wir tagespolitische Themen in der Musik grenzwertig, bzw. lehnen solche weitestgehend ab. Seine Systemhörigkeit allerdings, wie eingehend angeschnitten, dahinter zu verstecken, indem man Satanismus zu einer anarchistischen Ideologie verklärt, welche als Feindbild völkische Wurzeln und das Anerkennen bzw. Ausleben identitären Nationalbewusstseins hat oder dies gar als Herdenmentalität ähnlich dem Christentum auszulegen, halten wir persönlich einfach für eierlos, scheinheilig und ebenfalls nicht im Sinne des Ursprungs unseres Genres. So etwas gibt es aber auch scheinbar in dieser Ausprägung nur in Deutschland, Ausnahmen bestätigen aber natürlich auch hier die Regel. Für uns und das ist eine Sache die zwar jeder so sehen kann wie er möchte, gehört das Bekenntnis zu unseren Wurzeln und unserem Artglauben, ganz klar zu dem, was die Musik die wir hören ausmacht, wobei wir bei dem letzten Punkt des ersten Teils unserer Ausführungen angelangt sind. Nur weil ein Herr Øystein lediglich Black Metal mit satanischem Textinhalt auch für richtigen Black Metal hält, sehen wir es nicht ein, warum man bei eindeutig schwarzmetallischer Musik mit heidnischem (anti-christlich/-islamisch usw.) Themeninhalt von Post Black Metal oder dergleichen reden sollte. Ausschlaggebend ist doch wie einst bei Dr. Faust „des Pudels Kern“.

 

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Da wir nun wohl ausführlich und für jeden nachvollziehbar die erste Säule des Black Metal aus unserer Sichtweise ausfindig gemacht haben, wechseln wir zur zweiten Säule, der musikalischen.
Bei der Musik im Black Metal, als wohl wichtigster Aspekt der Kunstform, ist es ebenso wie bei dem Textinhalt, sie ist die Opposition zur seichten Popkultur in ihrer reinsten Form. Während klassische Rockmusik oder gar Heavy Metal immer noch einen Weg zum spießbürgerlichen Konsumenten finden, so stößt Black Metal die breite Masse einfach schon vom Klang her einfach ab, wird als Krach, unheimlich oder einfach unangenehm empfunden. Black Metal muss einfach gefallen, man muss wohl ein Gespür oder eine Vorliebe für diese Musik haben haben.
Kommen wir nun einmal zu den groben Fakten.
Black Metal ist eine absolut atmosphärische, manchmal durch ihre Monotonie auch meditative Musik, dies wird vor allem durch dissonante Tonfolgen, welche sich oft positiv auflösen erreicht. Dadurch entsteht eine düstere, negative Atmosphäre, die dennoch aggressiv und antreibend ist. Den Antrieb schafft hier das Schlagwerk, welches meist mit 130 bis 160 BPM die Geschwindigkeit vorgibt. Schnelle „Blastbeat-Orgien“ gibt es selten: Es wird sich meist im Mid-Tempo Bereich ausgetobt. Eben genau diese Kombination aus der Geschwindigkeit und den Gitarrenriffs ist es, welche die Stimmung und den Klang ausmachen.

Fast ausschließlich bewegt sich klassischer Black Metal im 4/4 Takt. Ein Abweichen von dieser Regel sollte aber keinesfalls als Ausschlusskriterium für Black Metal zu sehen sein.

Black Metal kokettiert nicht mit aufwendigen spielerischen Techniken, ein perfekt gespieltes Soli wird sich schwer finden lassen. Selbst grobe und offensichtliche Fehler im klassischen Sinne, schaffen es zuweilen auf eine Platte und werden dann womöglich auch noch besonders wertgeschätzt.

Fand man in der ersten Welle des Black Metal noch so gut wie gar keine Keyboardklänge, so sind sie trotz vieler Diskussionen um dieses Thema, bei vielen Kapellen kaum mehr wegzudenken. Sicherlich kommt klassischer Black Metal gut ohne Keyboard aus, in vielen Fällen ist es aber auch eine Bereicherung und im Atmospheric Genre sogar ein essentiell tragendes Element.

Ein sehr wichtiges Stilelement besteht im Gesang, der hauptsächlich guttural ist und von Kreischen, Krächzen bis hin zu tiefen Growls wie auch im Death Metal üblich, variieren kann. Wichtig ist, dass der Gesang oftmals wie ein Instrument eingesetzt wird, sodass der eigentliche Text manchmal gar nicht verständlich ist, hier trägt der Gesang erheblich zur Atmosphäre bei. Hin und wieder können auch klare Gesangparts, bis hin zu weiblichem Gesang oder Choralgesänge zur atmosphärischen Unterstützung eingesetzt werden, je nachdem welche Stimmung man erzeugen möchte.

Der Einfluss verschiedener anderer Spielarten oder Instrumente aus anderen Genres ist durchaus nicht unüblich, so werden teilweise im paganen Black Metal Bereich folklorische Instrumente verwendet. Häufig findet man Einflüsse von Doom, Thrash, Neofolk, RAC oder Death Metal im Black Metal wieder.

Eine Unart allerdings ist es, sich stilistisch dem Grindcore oder Hardcore anzunähern, alle jene Bands die sich hier bedienen, ungeachtet ihrer politischen Ausrichtung, propagieren Lebensweisen und Ideologien die dem Black Metal fremd sind und das spürt und fühlt man auch beim anhören solcher Tonstücke. Die Ursprünglichkeit der Musik wird hier ad absurdum geführt und dem heutigen Zeitgeist angepasst. Sämtliches meditative, spirituelle und weihevolle wird zerstört und geschändet.
Sicherlich könnte man noch einige Seiten füllen, vieles diskutieren und würde dennoch nicht einmal ansatzweise erklärt haben können, warum Black Metal die Musik ist, die uns tief ins Herz trifft, warum es kein anderes Genre gibt, welches die Gemüter so sehr aufheizt und so sehr polarisiert. Auch wird man sicherlich nie all den zahlreichen Künstlern gerecht, welche tagtäglich ihr Herzblut in diese Musik stecken und auch nicht den Zuhörern, die inspiriert von diesen Klängen ihren Weg so gehen, wie sie es für richtig erachten. Was wir sagen wollten, dürfte der geneigte Zuhörer allerdings dennoch verstanden haben, Black Metal soll und muss der eherne Fels im dahinsiechenden Meer dieser verkommenen Gesellschaft für uns sein und bleiben. Dies ist nur gewährleistet wenn das Genre auf seinem geistigen und musikalischen Fundament, seinen zwei Säulen, bestehen bleibt. Wem das so nicht passt, soll seine Musik anders nennen und sich nicht mit fremden Federn schmücken.

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Unser Appell ist wie immer, unterstützt die aufrichtigen Künstler, die die so sind wie ihr selber, besucht kleine Konzerte und Festivals, scheißt auf die „Ruhmhuren“! Boykottiert Veranstaltungen die sich dem Mainstream oder der Obrigkeit anbiedern und wenn es sich auch nur um eine verdammte Band im Line up handelt. Wir sind keine Spass-, Feier- und Saufkultur, wer das im Black Metal sieht, hat nichts verstanden. Haltet die Reihen eng geschlossen und die Augen auf!
In diesem Sinne freuen wir uns darauf was uns die Zukunft bringt und hoffen euch in Zukunft auf den richtigen Konzerten und Veranstaltungen zu begegnen.