Konzertbericht – mit Artam, Stahlfront, White Death und Goatmoon!

Am 13. Mai war es wieder soweit,Neuschwabenland Konzerte luden erneut zu einem bitterbösen Tanzabend, irgendwo in den Weiten Mitteldeutschlands. Diesmal sollte es gewaltig krachen, und ohne viel vorweg nehmen zu wollen, das tat es!
Zu „Neuschwabenland Konzerte“ als Veranstalter muss man nicht viel sagen, jeder, der bereits einen Konzertabend dieser Herren erleben durfte, weiß was ihn erwartet. Solide und bis ins Detail geplante, gesittete und qualitativ hochwertige musikalische Konzertabende, die einem lange im Gedächtnis bleiben.

Fernab der eigentlichen musikalischen Darbietung trafen sich alte Freunde, aber auch alte Streithähne wieder und wie wir in Erfahrung bringen konnten, wurden jahrelange Streitigkeiten nun endlich beigelegt – und das scheint allen Beteiligten sehr zu Gute zu kommen.

Für das leibliche Wohl war hervorragend gesorgt und neben den üblichen Zaubertränken gab es auch etwas für den kleinen Hunger zwischendurch.

Große, teilweise klimatisierte Räumlichkeiten mit exzellentem Klang und einer perfekten Sicht, von egal welchem Standpunkt, machten das Konzert zu einem absoluten Vergnügen.

Pünktlich wie die Wehrmacht, starteten Artam aus Sachsen, nach kurzer Aufwärmphase und gaben sich die Ehre, diesen Abend zu eröffnen. In gewohnt brachialer und spielerisch hervorragender Art und Weise, blieb beinahe kein Kopf in seiner Ursprungsposition und die morschen Knochen kamen in Wallung. Altbewährte Titel sorgten für rege Publikumsbeteiligung und ergaben ein 45 minütiges Einstandserlebnis, wie es nicht besser hätte ausfallen können.

Stahlfront! Bei diesen Herren glaubt man immer, es geht eigentlich nicht noch martialischer, der geneigte Zuschauer wird bereits beim Eintritt in die Halle besagter Protagonisten, eines besseren belehrt. Fahnenträger, Uniformen und Fackeln, erinnern an einst glorreiche Zeiten und verursachen allein beim Anblick einen Gänsehaut-Effekt. Musikalisch braucht man hierbei auch nichts weiter sagen, es war, wie die Male zuvor ein Hörgenuss der besonderen Art.

Bekannte Tonstücke wurden mit gewohnter Professionalität, dem anwesenden Pöbel wie ein Faustschlag ins Gesicht gehämmert. Im Nachgespräch zeigten sie sich selbst etwas kritischer und räumten kleinere Patzer ein, die wir aber entweder, der Stimmung verdankend oder des Anblicks wegen nicht mitbekamen und somit nicht im Ansatz etwas zu bemängeln hatten.

Nachdem somit der deutsche Sturm vorüber war, zog der nächste auf, diesmal aus Finnland!

White Death betraten das Parkett und ganz wie man es aus Erzählungen vernahm, wurde nicht viel Zeit vertrödelt und kam gleich zur Sache. Ohne großes Vorspiel zimmerten die Herren feinsten finnischen Schwarzmetall und schleuderten dem Publikum so, eine gewaltige Ladung finsteren und abgrundtiefen Hass entgegen. Frontmann Vritrahn machte stimmlich und optisch keine Kompromisse und das bekamen alle Anwesenden zu spüren.

Unser persönlicher Hörgenuss fiel hierbei ganz eindeutig auf „Immortal Hunter Of The Moon“ und selbsterklärend auf „White Deaths Power“. 

Goatmoon! Selbst bei der Wiedergabe des Ereignisses, neige ich dazu, einfach zu sagen „Leck mich am Arsch, genau dafür war ich hier!“ Diese Aussage würde dem zwar gerecht werden, jedoch den Nichtanwesenden keinen Einblick gewähren! Man nehme klassische Goatmoon Texte und Musik, dazu die wohl bekanntesten Titel der Finnen und packt eine gehörige Ladung politische Inkorrektheit dazu, dann hat man in etwa eine Ahnung was sich an diesem Abend abspielte.

Nach einer kurzen Probe und dem obligatorischen Vorbereiten, ging es auch schon zur Sache. Auch hier gab es kein großes Drumherum, sondern feinsten „National Romantik Black Metal“ wie er besser nicht hätte sein können. Nicht nur die allseits bekannten Bretter wie zum Beispiel „Alone“ fanden den Weg in unser Gehör, sondern auch aktuelle Titel der erst kürzlich erschienenen „Stella Polaris“ sorgten für reichlich Bewegung auf und vor der Bühne. Das Publikum bekam bestimmte Körperregionen gar nicht mehr unter Kontrolle, so schien es. Die kreischende Stimme von Black Goat Gravedesecrator forderte unseren Gehörgang ordentlich heraus! Nach etwa einer Stunde Spielzeit, die gefühlt, viel zu schnell vorüber schien, gab es noch eine kurze Zugabe und dann war das Spektakel genauso schnell vorbei, wie es begonnen hatte.

Resümee:

Für uns war es die vorerst einmalige Gelegenheit die finnischen Größen White Death und Goatmoon, auf dem freiesten Boden deutscher Erde genießen zu dürfen und wir sind froh Teil dieser gigantischen Blasphemie gewesen zu sein!

Unser Dank gilt hier natürlich den Veranstaltern um Neuschwabenland Konzerte, sowie allen Anwesenden, die für einen harmonischen Ablauf und einen ausgezeichneten Abend Sorge trugen.

Und ganz zum Schluss, war es uns eine Ehre, alte und neue Freunde und Unterstützer persönlich getroffen zu haben, obgleich einige sogar aus Südtirol anreisten oder gar direkt aus der näheren Umgebung stammten! Alles in allem, ein denkwürdiger und unvergesslicher Abend!