Berlin, ein Konzert aus der Sicht von Runenwacht!

Da BMG nicht immer auf jedem Konzert des Landes anwesend sein kann, haben wir uns etwas überlegt! Nur selten erfährt der Hörer, Leser und Konzertbesucher wie sich so ein Konzert aus Sicht der Bands gestaltet, dies ändern wir!

Rex, Frontmann von Runenwacht gab uns einen kurzen Einblick in den Ablauf des Konzertes vom vergangenen Wochenende mit Runenwacht, Totenheer und Schattenfang im Berliner Blackland!

Die Kapelle selbst ist nun seit einigen Jahren aus der Schwarzemetalllandschaft kaum mehr wegzudenken. Ob in Deutschland oder dem benachbarten Ausland, Rex und Runenwacht haben nun schon so einige Bühne unsicher gemacht. Nun aber genug der Worte unsererseits, lassen wir Rex zu Wort kommen:

Morgens 7 Uhr am Sonnabend, der Wecker klingelt lautstark und nervtötend!

Wer das liest denkt sicher, beschissener kann ein Wochenende nicht starten?! Für Musiker ist dies aber meist Alltag, so auch für mich. Um 8:30 Uhr beginnt die Reise für Runenwacht nach Berlin zum Konzert im Blackland. Eine mehrstündige Fahrt steht bevor.

Wie immer hat man den Wagen bis obenhin mit Equipment für die Bühne und natürlich mit Instrumenten vollgepackt, ein bisschen Proviant kam noch hinzu.  

Während der Autofahrt, bei der man wie immer versuchte sich die Zeit irgendwie zu vertreiben, sei es durch gebetsmühlenartiges aufsagen von Flachwitzen bis hin zu Beleidigungen, wurden gleichzeitig die Nachwehen der vergangenen Nacht auskuriert.  Hatte man doch am Tag davor die Setliste wiederholt geprobt, den Wagen gepackt und war anschließend noch auf einen ‚Absacker‘ bei einer Schänke unseres Vertrauens. 

Um 17 Uhr erreichte Runenwacht, wie vorab mit dem Veranstalter vereinbart, den Ort des Geschehens, das Blackland in Berlin. Direkt am Hintereingang den Wagen geparkt, trafen wir prompt auf die Herren von Schattenfang, welche wir mit den Worten „auch hier wegen der Helene Fischer Releaseparty“ begrüßten.  

Das Eis war in Folge dieser Begrüßung schnell gebrochen! Man besichtigte gemeinsam den Backstagebereich sowie die Bühne und konnte so direkt auf Tuchfühlung gehen und die Atmosphäre in sich aufnehmen, welche den Konzertort füllte. 

Nachdem die Fahrzeuge entladen waren und die schweizer Truppe Totenheer ebenfalls erschien, folgte die Wartezeit, welche sich gefühlt unendlich in die Länge zog. Immerhin konnte man sich während dessen mit lokalem Bier und Essen sowie eingen Gesprächen die Zeit vertreiben. Ein finnischer Reporter, welcher sich vorab schon um ein Interview mit uns bemühte, konnte so einige Fragen stellen und wir überbrückten die Zeit bis zu unserem Auftritt. Im selben Moment bezog unser Label „Northern Fog Records“ Stellung im Blackland und alles schien Bereit, für den Beginn des Konzertes.

Schattenfang entweihten als erstes die Bühne mit 45 Minuten abgrundtiefem Hass, der dem Besuchern um die Ohren geschleudert wurde. Für uns, ein solider und brachialer Auftritt, den wir hier erleben durften.

Danach wie immer, Umbauphase und somit Chaos und Anarchie im Backstageraum. Nichts desto trotz ging der Umbau recht zügig voran und Totenheer konnten die Bühne betreten, oder sollten wir lieber sagen, abreißen?!Totenheer schonten weder sich noch das anwesende Publikum und ging sogar soweit, dass während des Konzertes der Bassist von unserem den Bass ausleihen musste da bei seinem eine Saite gerissen war und er selbst keinen Ersatz dabei hatte! Selbstverständlich halfen wir hier gerne aus.

Während Totenheer spielten, machten wir uns Kampfbereit!

Spätestens als wir das Schweineblut, welches Teil unserer Bühnenshow werden sollte, auf unsere Körper tropfen ließen, war uns klar heute Nacht wird hier ein Schlachtfest geboten, ganz nach Art des Hauses!

Der Umbau verlief wie immer,  zuerst die Maskottchen aufhängen danach dann die Königreich Württemberg Flagge hissen anschließend kurz alle Instrumente überprüfen und ein Lied kurz anspielen, um zu sehen ob jeder Musiker alles hört was er auf der Monitorbox vor sich braucht, um ungehindert und ohne Zwischenfälle spielen zu können. 

Und dann begann auch schon unser Ritual!

Nachdem das Intro vorbei war und die Nebelmaschine die Bühne in ein unwirkliches Gebilde verwandelte, lediglich von unseren Grabkerzen erleuchtet, begannen wir unseren Teil des Konzertes mit der bekannten Eröffnung „Der alte Baum“.

Ich bemerkte die Meute vor der Bühne, die ganz offensichtlich bereit schien sich mitreißen zu lassen! Der Ein oder Andere war zu diesem Zeitpunkt bereits schon kräftig am Schütteln seiner Haarpracht.

Mit den darauffolgenden Stücken breiteten wir dann die hasserfüllten Schwingen Runenwachts über dem Publikum aus und bereits nach dem zweiten Titel war der Meute vor uns klar, heute werden keine Gefangenen gemacht! Wer auf schnödes, eintöniges steht oder etwa politisch korrektes Gedudel erwartete, war hier schlichtweg auf dem Holzweg. Als Höhepunkt galt der Titel „Aufs Rad mit ihm“! Die Menge vor uns zückte den „Stinkefinger“ und symbolisierte somit die Abneigung gegenüber jedem verräterischen Verhalten, innerhalb der Black Metal Szene, ein klares Statement an diesem Abend!

Trotz, dass sich unsere Spielzeit dem Ende näherte, verlangte die aufgebrachte Masse eine Verlängerung, welcher wir nur schwer wiederstehen konnten!

Direkt im Anschluss bedankten wir uns bei diesem großartigen Publikum, hier in Berlin und verschwanden dann verschwitzt, zerstört und ausgelaugt, jedoch überaus zufrieden mit dem Konzert, im Backstagebereich um selbst kurz auf normale Betriebstemperatur herunterfahren zu können! Wir ließen den Abend in aller Ruhe, bei einigen Getränken und guten Gesprächen ausklingen und traten später die ebenso lange Rückreise an.

Berlin, das Blackland, ja der gesamte Abend war seine Reise und den damit verbundenen Aufwand mehr als Wert! Ausgelaugt aber sichtlich zufrieden kehrten wir am Sonntag in unserer Heimat ein und genehmigten uns eine verdiente Auszeit!


Wer selbst nicht vor Ort sein konnte, dem sei hier die Möglichkeit gegeben, zumindest akustisch einen Einblick zu bekommen:

https://www.youtube.com/watch?v=sgs75Abwoac&ytbChannel=UntergrundTube%20Reloaded