HÅN, KRAAKE, SEKHMET, SHAARIMOTH, THY DARKENED SHADE & HORNA – Konzertbericht

 Am vergangenen Freitag öffneten sich erneut die Tore der Hölle (auch im übertragenen Sinne) in der thüringischen Landeshauptstadt!

Das „From Hell“ rief zum Appell und diesem Ruf folgten einige namhafte Schwarzmetall-Kapellen!

 

 

Die Örtlichkeit:

Das „From Hell“ ist beinahe ein Traditions-Club und weit über die Thüringer Grenzen bekannt. In regelmäßigen Abständen kann man dort alles was die breite Metal-Landschaft zu bieten hat bestaunen! Optisch wurde das „Hell“, wie es in der Gegend abkürzend genannt wird, erst kürzlich auf Vordermann gebracht. Die Fassade bekam einen neuerlichen Anstrich und seit geraumer Zeit steht auch ein Biergarten mit Grill, dem Besucher zur Verfügung. Im Inneren ist es geblieben wie es war, ausreichend geräumig mit bester Klangqualität und einer hauseigenen Bar, an der sich der durstige Gast zu halbwegs moderaten Preisen die Kehle mit Gerstensaft oder anderen Getränken befeuchten kann. Die Bühne ist groß und bietet den Bands ordentlich Platz, sowie dem Zuschauer eine hervorragende Sicht. Licht und Nebelmaschinen sorgen für  zusätzliche Effekte, die sich durchaus sehen lassen können. Einzig zu bemängeln ist wohl die Temperatur, die bei gefülltem Saal auch dem letzten Gast den Schweiß von der Stirn treibt. Alles in allem ein sehr professionelles Ambiente und wir waren erfreut, nach einigen Jahren Abwesenheit sehen zu können, dass sich nichts zum negativen verändert hatte.

Die Veranstaltung:

In Erfurt trafen an diesem Freitag, passend zwei Touren aufeinander. Zum einen die „Saatanan riehuvat liekit MMXVII Tour“ mit dem Headliner „Horna“ aus Finnland, den Griechen „Thy Darkened Shade“ und den norwegischen Todesmetallern „Shaarimoth“. Zum anderen noch die „Do Not Forget The Path Tour 2017“ mit „Kraake“ und „Sekhmet“ aus Tschechien und den Schweizern „Hån“. Solide Grundvoraussetzungen für einen Abend voller Hass, Terror, Tod und Teufel!

Der Abend:

 

Bereits um 17:30 Uhr erfolgte der Einlass und wer nicht im Vorverkauf eine Karte ergatterte, holte dies nun für einen kleineren Aufpreis an der Abendkasse nach. Exakt und präzise wie ein Schweizer Uhrwerk, legten „Hån“ um 18:30 Uhr los und überzeugten uns schon nach wenigen Minuten! Wir sahen die Schweizer Horde zum ersten mal auf der Bühne und waren merklich überrascht. Das perfekte Zusammenspiel der einzelnen Gitarristen, verbunden mit dem rhythmischen Schlagwerk sorgte zumindest bei uns für reichlich Bewegungsdrang. Für einen Opener und als Einstieg mehr als perfekt, dass muss man an dieser Stelle deutlich betonen! Wir hoffen von diesen Herren zukünftig noch einige Auftritte erleben zu dürfen! Wer sich die Zeit bis dahin überbrücken möchte, dem empfehlen wir ihr 2016 veröffentlichtes Album „Facilis Descensus Averni“ welches über Northern Silence Productions erschien.

HÅN

Nach kurzer Pause betraten die Tschechen „Kraake“ das Parkett! Anno 2016 durften wir die Truppe auf dem Eternal Hate Fest begutachten, auch dort wechselte bereits der Posten des Sängers/ der Sängerin von „Valfarin“ zum neuen Frontmann „Fjord“. Der Wechsel ist aber beim besten Willen kein hörbarer Nachteil, dies vorne weg. Gewohnt professionell und mit allerhand dunkler Energie, sorgten sie als Nummer Zwei an diesem Abend für steigende Stimmung!

Kraake

Auf dem Fuße, um halb Neun machte sich, die ebenfalls aus Tschechien stammende Kapelle „Sekhmet“ ans Werk! Auch diese durften wie 2016 auf eben erwähntem Festival sehen und hatten dementsprechend hohe Erwartungen, die um es kurz zu machen in vollem Umfang erfüllt wurden. Durchweg aufeinander abgestimmte, perfekt inszenierte und daher sehr professionelle Bühnenshow mit musikalischer Höchstleistung. Dies liegt wohl auch nicht zuletzt daran, dass die Herren in der Vergangenheit einiges an Bühnenerfahrung sammeln konnten, selbsterklärend werden Sekhmet auch zukünftig bei großen Darbietungen ganz vorne dabei sein! Fazit – eine durch sich selbst wachsende und ernst zu nehmende Black Metal Formation!

Sekhmet

„Shaarimoth“, die Death Metal Kombo aus Norwegen, begannen mit ihrem Auftritt den zweiten Teil der aufeinander treffenden Touren des Abends. Wir stießen aufgrund einiger vertiefter Gespräche erst später zu diesem Spektakel, konnten aber durchaus noch ein paar wenige, jedoch überzeugende Titel mit nehmen. Auch wenn Death Metal nicht in unserem Hauptaugenmerk liegt, so kann man doch festhalten, dass die Norweger hier eine absolut überzeugende Leistung ablieferten. Hörbar fanden auch einige „früh-norwegische“ Einflüsse ihren Platz, was jedoch dem glaubhaften Todesmetall keinen Abbruch bescherte, vielmehr kann man dies als gelungene Abwechslung betrachten.


„Thy Darkened Shade“ aus Griechenland betraten um kurz vor halb Elf den Schauplatz. Optisch nett anzusehen, was den fast klischeehaft wirkenden Bühnenoutfits zu verdanken war. Musikalisch waren die Griechen beinahe eine Herausforderung, für den vorher sehr verwöhnten Gehörgang. Nicht dass sie spielerisch nicht in der Lage dazu gewesen wären, es mangelte einfach an Ideen, so schien es. Es fehlte der Anreiz, nur selten gab es musikalische Parts, in denen man wenigstens mal einen Finger oder einen Fuß bewegen wollte. Die Spielzeit war entsprechend (gefühlt) etwas zu lang. Man muss aber anerkennen, dass Können, ergo das beherrschen der Instrumente durchaus vorhanden und gegeben war. Vielleicht ist es auch einfach Zeit, sich zumindest ein neues Bühnenkonzept zu überlegen?!


Den (und ja so kann man ihn wohl wirklich nennen) krönenden Abschluss an diesem Abend zelebrierten „Horna“ aus Finnland! Sechzig Minuten, bretterten die Finnen eine vor Professionalität nur so strotzende, musikalische Inszenierung in die dicht gefüllte -Hölle-. Das Publikum war außer sich, Haare flogen Köpfe schüttelten, das volle Programm. Von „Untergrund“ Black Metal war hier nichts zu hören und auch nichts zu sehen, perfekt harmonierende Wechsel zwischen -midtempo- und -blast- ,sodass der innere Bewegungsdrang oft nicht ganz hinterher kam. Horna waren der klare Favorit des Abends und stellten das auch mehr als deutlich unter Beweis!  Für uns war es das erste Livekonzert der finnischen Urgesteine, die ohne Untertreibung einen festen Platz im europäischen und vor allem skandinavischen Schwarzmetall inne haben! Ein echter Genuss, der uns einen perfekten Freitag Abend abschließen lies. So und nicht anders sind wir finnischen Black Metal gewohnt und lieben ihn! Roh, kompromisslos, ein bisschen durchgeknallt und unter keinen Umständen billig oder gewöhnlich! Einfach und kurz, Abriss!


Resümee:

Für 25 Euro (Abendkasse) wurde uns allerhand geboten, gute Örtlichkeit, die für das ein oder andere Konzert bereits in der Vergangenheit sorgte und sicher auch zukünftig sorgen wird.

Kühle Getränke, die bei den innen herrschenden Temperaturen die nötige Erfrischung gewährleisten! Gute Thüringer Rostbratwürste, direkt vom Grill und nicht zu vergessen beste Gesellschaft.

Alte Freunde aus längst vergangenen Tagen, neue Freunde, uns bekannte Gesichter – alles in allem ein mehr als gelungener Freitag Abend!