Cold Palace, Runenwacht, Dark Armageddon – Konzertbericht

Gleich zu Beginn des neuen Jahres bot sich uns die Gelegenheit, die mittlerweile fest etablierte Schwarzmetall-Kapelle aus Esslingen und zwei weitere Bands im Erfurter From Hell sehen zu können. Gerade Runenwacht war für uns ein Muss, da seit geraumer Zeit eine enge Freundschaft, weit über den musikalischen Aspekt hinaus, besteht. Als kleinen Bonus sollte es dann Cold Palace und Dark Armageddon geben.

Da an diesem Abend nur drei Bands auf dem Programm standen, fiel der Eintrittspreis deutlich unter die gewohnte Marke und war definitiv angemessen. Das From Hell im kleinen Örtchen Bindersleben bei Erfurt, haben wir nun in den vergangenen Berichten mehrfach vorgestellt und können auch dieses mal kein schlechtes Wort verlieren.


 

Cold Palace:

Die Eröffnung übernahmen an diesem Abend Cold Palace aus Sachsen. Optisch und inhaltlich ganz offensichtlich dem „occulten“ Black Metal verschrieben, machten die vier Herren spielerisch einen durchaus soliden Eindruck. Hier muss man aber erwähnen, dass einige Parts entweder klangtechnisch nicht entsprechend dargeboten werden konnten oder ihr Schaffen einfach tatsächlich so klingt. In jedem Fall ist dies Geschmackssache, uns persönlich hat es hier ein wenig an Abwechslung gefehlt. Anwesende „Experten“ jedoch, schienen mehr als begeistert zu sein. Zugegeben war dies unser erstes Aufeinandertreffen mit Cold Palace, daher können wir ehrlicher Weise auch nicht konkret bestimmen ob Studioaufnahmen gleichwertig, besser oder schlechter gestaltet sind. Um es abschließend zusammen zu fassen, der Versuch eine authentische Show zu liefern, ist ihnen nur teilweise gelungen, dennoch verstehen sie ihr Handwerk an den Instrumenten merklich. Am Bühnenoutfit sollte zukünftig noch einmal gearbeitet werden, ein roter Kapuzenpulli ist eher wenig authentisch und minimiert die Glaubwürdigkeit, leider immens.


Runenwacht:

Die zwei eingesessenen Schwarzmetaller aus Esslingen spielten als nächstes und sollten ohne wenn und aber die Krone dieses Abends tragen! Mit ihrer üblich selbst gestalteten Bühnendekoration, bestehend aus Fackeln, Schildern, reichlich Blut und natürlich eine Flagge des Königreiches Württemberg!

Als Eröffnung ihres fast einstündigen Auftrittes gaben sie „Der alte Baum“ zum Besten, auch wenn das Mikrofon gleich zu Beginn nicht so recht wollte.

Wir haben im Jahre 2016 Runenwacht bei ihrem ersten Auftritt in Esslingen sehen dürfen und können nun sagen, technisch, akustisch und spielerisch sind sie deutlich gereift. Man hört und sieht, dass sie mittlerweile reichlich Bühnenerfahrung gesammelt haben. Zusätzlich spielten sie zwei Stücke aus dem in Bälde erscheinenden Album „Blutrecht“ (dessen Titel wir hier noch nicht bekannt geben werden). Diese besagten Titel gewährten einen tiefen Einblick in das kommende Werk und es ist keine Übertreibung wenn wir sagen, sie sind deutlich erwachsener geworden! Was nicht bedeuten soll, dass sie es vorher nicht waren, aber jede Band unterliegt einem Entwicklungsprozess, diesen hört man bei Runenwacht von Platte zu Platte! Ja, es wird ein bestialisches Meisterwerk, soviel sei gesagt! Frontmann Rex kündigte jedes der Lieder wie gewohnt an und hinterlies auch ein paar Grüße an alle gleichgeschalteten Gutmenschen, dessen Wahnsinn und was Er davon hält – ein klares „Fickt Euch“ war Standpunkt genug an diesem Abend und die anwesenden Gäste stimmten ihm zu! Anzumerken ist, dass die zwei Mann, trotz fehlendem Bassisten an Professionalität keinerlei Abstriche machen müssen.


Dark Armageddon:

Zum Abschluss dieses Abends spielten die Gastgeber Dark Armageddon. Leider fand die Truppe aus Thüringen keinen Schlagzeuger für diesen Auftritt, somit musste wohl oder übel der Drumcomputer für die entsprechende Untermalung sorgen, das tat er auch solide. Helvete – Bassistin und Sängerin der Formation , in Powerrüstung (über die Notwendigkeit ließe sich sicher streiten) gab sichtlich ihr Bestes. Trotz angeschlossenem Computer leisteten sie sich den ein oder anderen Patzer, was nicht weiter tragisch gewesen wäre, wenn – Dark Armageddon über Authentizität verfügen würde. Musikalisch scheiden sich bei so vielen Bands die Geister, was auch völlig legitim ist –  dennoch ist Dark Armageddon aufgrund ihrer Erscheinung, ihrer musikalischen Darbietung und ihrem Konzept, leider keine ernstzunehmende Black Metal Formation. Das ist schade, da sicher technisch Potential vorhanden wäre, man dies aber durch (leider) lächerlich wirkende Aufmachung verschwendet. Kein richtiges Konzept, unnötige Outfits und fehlende Glaubhaftigkeit. Dies schien auch anderen anwesenden Gästen aufzufallen, so war es keine Überraschung, dass plötzlich neben den Fotografen, nicht mehr als 10 Leute vor der Bühne standen.

Vielleicht nehmen sich die Protagonisten unsere Worte zu Herzen und versuchen ihr bisheriges Konzept neu zu gestalten, optisch, inhaltlich und generell.


 

Fazit:

Für 13€ sicherlich ein gelungener Abend, vorallem Runenwacht und Cold Palace waren einen Besuch wert. Natürlich war für uns, neben den musikalischen Beiträgen das besondere „Schmankerl“ die Jungs von Runenwacht endlich, nach langer Zeit wieder persönlich zu treffen und ihnen ein Gespräch ans Knie zu nageln, mit Erfolg. Es gab einiges zu berichten und so schlossen wir den Abend in geselliger Runde mit dem ein oder anderen Getränk und verblieben mit Zuversicht und Freude auf kommende Ereignisse!