Wie es dazu kommen konnte! – Schuldfrage und Analyse

Vor wenigen Tagen geschah es erneut: Eine Black Metal Band musste sich offensichtlich rechtfertigen, tat dies und nun stellt sich wiederholt die Frage „Warum eigentlich?“. In folgender Analyse geht es nicht um die „Taten“, die zu etwaigen Erklärungen oder Distanzierungen führten, vielmehr darum weshalb es in den letzten (ca.) zehn Jahren immer häufiger zu solchen Vorkomnissen innerhalb dieses Genres zu kommen scheint.

Wir haben in einigen anderen Beiträgen bereits hinlänglich erläutert und geklärt, woher Black Metal kommt, welchen Inhalt diese Musik für gewöhnlich verbreitet, ja sogar die musikalische Definition fand hierbei Einzug. Unsere Sichtweisen sind ebenso mehr als einmal, in verschiedenen Artikeln erläutert worden, ob man diese nun teilt oder nicht ist dabei unerheblich.

Black Metal, eine einst für sich sehr zurückgezogene Extremform des Genres „Metal“, stand und steht für Kritik – Kritik an gesellschaftlichen Normen und Auswüchsen, Kritik an Religionen jeglicher Art und an den menschlichen Eigenheiten. Kurzum, Black Metal ist die musikalische und verbale Rebellion gegenüber den etablierten modernen Dogmen, die uns alltäglich auferlegt werden –  manche spürbar, manche sichtbar, andere wiederum hörbar. Black Metal ist seit jeher die Selbstfindung des unabhängigen Verstandes, ob sich dieser an satanischen, heidnischen oder sonstigen Grundlagen bedient, ist dabei völlig uninteressant. Der Hörer, Musiker und Anhänger dieser Musik ist dem Extremen in jeglicher Form sehr zugeneigt – dabei spielt es keine Rolle ob musikalisch oder inhaltlich, vielleicht sogar praktisch. In jedem Fall ist er eins definitiv nicht, nämlich angepasst! Es spielt ebenso keine Rolle ob die Musik die gespielt wird, inhaltlich an geschichtlichen Episoden angelehnt ist, diese befürwortet oder ablehnt, Gewalt verherrlicht, okkulter Natur ist oder sich auf oben erwähnte Gesellschaftskritik festgelegt hat.

Black Metal ist zugleich Ablehnung, Anmaßung, Verherrlichung und eins vorallem – Kunst!


 

 

Wie in jedem Genre, dass öffentlich zugänglich ist, bestimmte Bevölkerungsgruppen anspricht oder sie sogar ablehnt, ruft dies auch den ein oder anderen Gesinnungswächter auf den Plan. Das ist nicht ungewöhnlich und bisweilen auch keine Tragödie, schließlich gibt es immer Jemanden, der sich daran stört was gesungen oder gespielt wird. In früheren Epochen gab es dies bereits, um in der Neuzeit zu bleiben – Heavy Metal galt einst als ungeeignet für bestimmte Altersgruppen, Bands bekamen Auftrittsverbote weil sie sich zu offensiv verhielten, zu aggressiv auftraten oder ihr Aussehen schlicht nicht in ein vorgegebenes Gesamtbild passte. Ein paar Jahrzehnte später geschah dies im Thrash und Death Metal – Bereich, auch hier die gleichen Vorwürfe.

Anfangs regte sich nur selten Widerstand innerhalb der musikalischen Spielart, man glaubte nicht daran, dass die Presse, einzelne Personen oder Organisationen genügend Einfluss hätten um bestimmte Veränderungen vorzunehmen. Erst als erwähnte Veränderungen spürbar wurden, merkte man, dass man übergangen und unterwandert wurde – doch da war es bereits zu spät und schließlich arrangierte man sich eben mit diesem Umstand. Einige suchten sich eine neue musikalische Heimat, andere wiederum hofften weiter und blieben zumindest ihrer Musik treu. Im Black Metal geschieht seit geraumer Zeit exakt dasselbe, nur gibt es dieses mal Menschen, die gezielt darauf hinweisen und diesen Versuch seit längerem kritisch beobachten.

Nun, wo liegt jetzt das Problem? Das ist so schnell und einfach gesagt, wie es schnell und einfach vermeidbar gewesen wäre! Es ist die Ignoranz, die Gleichgültigkeit und die Naivität, wie sie auch im Heavy Metal, Thrash und Death Metal an der Tagesordnung war.


„Was geht mich Band XY an?“, „Was habe ich mit dem Label XY und erst recht mit dem Veranstalter XY am Hut?“ – Das sind die Fragen und die darin verborgene Ignoranz, die über Kurz oder Lang auch diesem Genre das Genick brechen werden! Wo fangen wir an? Das ist ein Punkt, der für alle, denen diese Musik wirklich am Herzen liegt, unumgänglich ist. Dieser Punkt heißt in erster Linie „hören, sehen und verstehen“ und in zweiter Instanz “ etwas dagegen unternehmen“!  Hier muss jedoch klar gesagt werden, dass es nicht genügt wenn die Anhänger dieser Musik handeln oder verstehen, sondern ebenso Interpreten, Veranstalter und Händler gleichermaßen.

Was genau muss man denn nun verstehen? Zuerst einmal muss jedem klar sein, dass das was man hört, das Konzert welches man besucht, das Magazin welches man kauft, immer in einer Verbindung zu den dahinter agierenden Personen steht. Wenn ich also auf ein (nennen wir die Dinge beim Namen) Antifa Konzert gehe, auf dem entsprechend politisch motivierte Bands spielen, dann dürfte klar sein, dass ich diese mit dem Kauf der Karte und meinem Besuch, finanziell unterstütze – daraus schließt sich, dass entsprechende Protagonisten weitere Konzerte und Auftritte absolvieren und somit stetig mehr Einfluss gewinnen. Das Gleiche Prinzip gilt natürlich auch im Black Metal. Wenn ich Bands, welche sich offen für Toleranz allermöglichen Abartigkeiten aussprechen, Religionen bestimmter Ausrichtungen in Schutz nehmen, Minderheiten repräsentieren (etc.) unterstütze, ist die Konsequenz daraus, dass sich zukünftig diese Bands durch ihren dadurch gewonnen Einfluss breit machen und ihre „Ideologie“ auch den übrigen Künstlern auferlegen wollen. Genau das ist in der Vergangenheit geschehen, man hat sie gewähren lassen, sie ein ganzes musikalisches Gebiet unterwandern lassen – mangels Interesse und Wehrvermögen! Nun sind eben jene Personen/Bands und Organisationen so einflussreich geworden, dass sie beinahe jedes Konzert, jede Veröffentlichung, jede noch so kleine Mimik und Gestik genauestens unter die Lupe nehmen und nach ihren Vorstellungen anprangern, verleumden und auseinander nehmen, bis schlussendlich von der eigentlichen Musik, dessen Inhalten und Wertevorstellungen nichts mehr übrig ist.


Und was machen wir dagegen? Aktuell schauen wir zu, lassen uns immer mehr in die Suppe spucken, ziehen uns immer mehr zurück und versuchen so wenig wie möglich anzuecken. Jetzt muss sich jeder selbst die Frage stellen, ob das tatsächlich noch in irgendeiner Form etwas mit Black Metal zu tun hat, der sich gerne selbst als wehrhaft, intolerant und extrem bezeichnet? Extrem ist im Moment nur eins – unsere Untätigkeit und der Mangel an genügend Selbstvertrauen sowie das nötige Interesse an den Zuständen etwas (AKTIV) zu verändern! Konkret heißt das für jeden Einzelnen, ob Musiker, Hörer, Veranstalter oder Organisator:

Der offene Boykott sämtlicher Konzerte, welche sich mit etwaigen „politisch korrekten“ Aussagen schmücken, Toleranz fordern (selbst jedoch keine ausleben), mit deutlich erkennbaren linken Parolen um sich schmeißen, sich von irgendetwas distanzieren und andere zu solchen Distanzierungen auffordern! Der Boykott entsprechender Bands, Labels und Personen, die sich mit solchen Aktivitäten einverstanden erklären, sie selbst ausüben oder stillschweigend zustimmen.

Jeder, der diesen Zuständen erneut mit einem Schulterzucken begegnet, sie ignoriert oder gar herunterredet macht sich mitschuldig am Untergang dieser Musikkultur. Diejenigen, die nicht bereit sind sich aktiv zur Wehr zu setzen, haben jedwedes Recht, sich zu beschweren verloren!

Ihr wollt die „guten alten Zeiten“ wieder haben, dann seid bereit, dafür etwas zu tun! Schaut euch die Hintergünde verschiedener Bands an, klärt euer Umfeld entsprechend auf und seid verdammt nochmal konsequent! Das bedeutet, auch wenn eure Liebelingsband auf einem solcher Konzerte spielen sollte, so muss klar sein, dass ihr damit automatisch auch alle anderen Bands unterstützt, die oben erwähnte Zustände erst möglich machen. An die Bands sei gesagt, schaut euch die Veranstalter genauer an und vor allem, mit wem ihr da die Bühne teilt!

Schluss mit Ignoranz, wegschauen und herunterspielen!