Konzertberichtbericht ,,Eternal Hate Fest“ 2018, Teil 2. (Das Drumherum)

Für uns begann das eigentliche Fest bereits am Donnerstag, als wir uns in Thüringen geschlossen einfanden, um am nächsten Morgen die Reise ins benachbarte Tschechien anzutreten. Etwa vier Stunden Fahrt sollten vor uns liegen, bis wir die Landesgrenzen verließen.  Unsere Eindrücke rund um das „Eternal Hate Fest 16“ sollen in diesem Beitrag Erwähnung finden.


Tschechien, um genauer zu sein die kleine Ortschaft Nyrsko (Neuern), nur wenige Kilometer hinter der Grenze, war wie in all den Jahren zuvor der Austragungsort des diesjährigen Eternal Hate Fest, welches nun zum 16. Male stattfand.

Nyrsko wurde laut einschlägigen Informationsseiten, zirka im 12 Jahrhundert angelegt, ursprünglich als Zoll- und Mautstation und beherbergt nun knapp 5000 Einwohner. Entsprechend beschaulich und ruhig ist es dort, umgeben von Wäldern und Höhen bietet Neuern (so lautet der deutsche Name) eine perfekte Grundlage für ein abgeschiedenes und höchst unkommerzielles Festival!


Durch Nyrsko hindurch führte uns der Weg einige Kilometer weiter zum Hotel, welches wir bereits Monate zuvor buchten um überhaupt noch in der Nähe eine geeignete Unterbringung zu finden. Ein kleines Privathotel, welches hierzulande eher als Pension gelten würde, weiter oberhalb liegend und mit einem herrlichen Ausblick über die darunter liegenden Täler. Die Unterbringung war komfortabel und für unsere Zwecke absolut und darüber hinaus ausreichend, gutes und frisches Frühstück, sowie ein bequemes Nachtlager, mehr sollte es auch gar nicht sein. Unweit des Hotels gab es einige Restaurants, die uns sicher ein paar Kilo mehr auf den Körper zauberten!

Etwas unterhalb des Hotels, an Nyrsko angrenzend lag der „Čertovo jezero“, ein Gletschersee im Böhmerwald. Umgeben von einigen Lichtungen bot dieser ein hervorragendes Ausflugsziel, um vor dem Festival noch einmal zur Ruhe zu kommen.


Der nächste Morgen begann ausgeruht und mit entsprechender Vorfreude auf das nun absehbar stattfinde musikalische Spektakel. Ob dies unseren Erwartungen gerecht wurde, konnte man im gestrigen ersten Teil unseres Berichtes erfahren.

Auf dem Gelände angekommen, bemerkte man, es hatte sich nichts geändert. Für manch einen mag dies eintönig erscheinen oder gar langweilig, für uns jedoch ist es das Zeichen für ein solides Modell. Keine Schnörkel, keine Ortswechsel, alles an seinem Platz und der regelmäßige Besucher fand sich innerhalb weniger Minuten wieder zurecht. Bier und allerhand alkoholfreie Getränke gab es wie gewohnt, wie das Essen auch an der selben Ausgabestelle. Toiletten und Zeltmöglichkeiten befanden sich ebenso an gewohnten Orten. Auffällig war diesmal, das die Besucherzahl deutlich gewachsen schien, denn die üblichen Parkplätze reichten nicht mehr aus. So wurde fleißig der Straßenrand zugeparkt und beinahe jedes freie Fleckchen bezeltet.

Die Besucher waren wie jedes Jahr die gleichen, üblichen Verdächtigen. Die Meisten kannte man schon aus den Vorjahren und von einigen in Deutschland stattfindenden Konzerten. So vertiefte man sich in allerhand Gespräche und tausche Sinnlosigkeiten, Neuigkeiten und Erfahrungen aus. Besonders erfreut waren wir über die zahlreiche Anwesenheit der Erzgebirge Schwarzmetall Herren und nutzte die Gelegenheit für ein gemeinsames Foto.

Die Sonne knallte und wurde nur bedingt von wenigen kurzen Schauern abgelöst, die Temperaturen stiegen stellenweise auf die 30er Marke, dies kurbelte selbstredend den Bierkonsum an! Etwas später als geplant startete dann auch die erste Kapelle „Napalm Attack“ und es folgten über Stunden alle auf dem Plan stehenden. Lediglich „Dark Fury“ wurde vorverlegt, was wohl eventuell am Zustand des Sängers gelegen haben könnte. In den Umbauphasen zog man sich in schattigere Gefilde zurück oder plünderte die Verkaufsstände. Vor Ort waren unter Anderem ein Sturmglanz, Worship Tapes und ein Hammerbund-Stand, einige tschechische und ein exklusiver Nokturnal Mortum Stand. So blieben kaum Wünsche offen und man konnte nach Herzenslust seine wohl verdienten Euronen mit beiden Händen ausgeben.


Kurgaall
Sekhmet

Organisatorisch blieben ebenso keinerlei Wünsche offen, der Ton war überzeugend und in den meisten Fällen ausgezeichnet, auch Licht und Bühnenshows konnten weitestgehend überzeugen. Die Stimmung war gut, die Besucher schienen sich wie jedes Jahr, sichtlich wohl zu fühlen. Sogar die örtliche Polizei schien nicht genug von diesem Fest zu bekommen und ließ obligatorisch ein paar Streifenwagen patrouillieren, sogar eine Drohne überflog das Festivalgelände. Angestellte Sicherheitsdienste sorgten für die Umsetzung angekündigter Regeln. Hier mag jetzt wieder der ein oder andere völlig entsetzt sein, wo es doch in Tschechien bisher immer ohne etwaige Kontrollen ablief, jenen sei gesagt, dass auch Tschechien bestimmte Grußformeln per Gesetz strafbar sind und der Veranstalter so wohl erstens das Eternal Hate Fest als solches und den Besucher vor eventuellen Strafen bewahren möchte. Wer glaubt, hier handele es sich um die weit verbreitete Bücklingshaltung, wie sie oft bei deutschen Veranstaltern zu finden ist, der irrt gewaltig. T.Hemd Kontrollen oder gar Aufnäherwächter, wird man wohl zukünftig vergebens suchen. Es bleibt wie es auch die letzten Jahre war, ein unbequemes, politisch inkorrektes und vor allem großartiges Festival, mit einem Musikangebot das sich jedes Jahr erneut sehen lassen kann. Zudem sei gesagt, die Gesamtatmosphäre ist aufgrund der Größe des Festes, stets familiär und ausgelassen und somit jedes Jahr ein erneutes Erlebnis!

Nokturnal Mortum

Die Nacht verging schnell, viel zu schnell und so stand der neue Morgen unerwartet früh vor dem Hotelfenster. Die Aufbruchstimmung schmähte den letzten Sonnenaufgang in Tschechien und ließ ein gewisses mulmiges Gefühl zurück. Wirklich nach Hause fahren wollte an diesem Sonntag niemand. Ein letztes Frühstück, ein letztes gemeinsames Foto und ein Versprechen für das kommende Jahr! Wir kommen wieder, gleiches Hotel, gleiche Besetzung, gleiches Festival!

Die Rückfahrt vollzog sich unerwartet schnell und so kam man am frühen Nachmittag in den heimischen Gefilden an. Gemeinsam ließ man den Sonntag in aller Ruhe und Rückbesinnung ausklingen, voller hoher Erwartungen auf kommende Ereignisse und das Jahr 2019, wenn es heißt „Nyrsko, wir kommen!“