Stahlfront – ,,Schattenkrieger“ – Rezension

Anfang Dezember war es endlich soweit, das lang ersehnte zweite Album der berühmt berüchtigten Formation Stahlfront erblickte das Licht der Welt und schlug ein, wie eine Bombe. Dies geschah allerdings nur auf einem Format, der CD. Um auch Anhängern der guten alten Schallplatte eine geballte Ladung Stahlfront kurz vor dem Weihnachtsfest zukommen zu lassen, entschloss sich der Hammerbund das Schaffen der Band, welches zwischen ihrem Erstlingswerk ,,Wiederkehr der Ahnen” und dem aktuellen Album ,,Religion des Blutes” entstanden sind, auf besagtes Format, unter dem Titel ,,Schattenkrieger”, zu bannen. Ob sich der Kauf dieser Zusammenstellung älterer Stücke Stahlfronts lohnt, erfahrt ihr im Folgenden.


Beginnen wir mit dem optischen Aspekt dieser Vinylveröffentlichung, zu dem es nur recht wenig zu sagen gibt. ,,Schattenkrieger“ kommt mit einem schlichten, im klassischen Stahlfront Stil gehaltenem Cover, sowie schwarzem Vinyl daher. Optisch werden hier keine Bäume ausgerissen, doch ist das Gesamtprodukt dennoch hochwertig verarbeitet und in sich stimmig gehalten. Ein weiterer positiver Aspekt ist auch, dass die Front- und Rückseitengestaltung des Vinylcovers nicht nur den klassischen Gestaltungsstil älterer Stahlfront Veröffentlichungen einfängt, sondern auch ältere Elemente von T-Hemd Motiven, Postern oder Einbänden bisheriger Veröffentlichungen in das Gesamtwerk integriert und somit eine Kontinuität zur bisherigen Gestaltung der Gruppe zu erzeugen.


Nach den recht kurzen Worten zum optischen Teil der Veröffentlichung, kommen wir nun zum musikalischen Teil dieser Zusammenstellung, zu dem es einige Worte mehr zu verlieren gibt.   

Auf Seite A der Platte befinden sich die drei Stücke, welche Stahlfront zum ,,Wehrwolf Jugend” Gemeinschaftstonträger beisteuerten, welcher zusammen mit den Gruppen Adoria und Feuernacht entstand und auf CD im Jahre 2014 veröffentlicht wurde. Mit dem Lied ,,Schattenkrieger”, dem Namensgeber dieser Zusammenstellung, stellten Stahlfront anno 2014 unmissverständlich klar, dass man sich nicht auf den Lorbeeren des ersten Albums ausgeruht, sondern man sich weiterentwickelt hatte. Gekonnt werden auf ,,Schattenkrieger“ nackenbrechende schnelle Passagen mit erdrückenden mittelschnellen Passagen und diversen Soli vereint, um die bedrohliche Stimmung des Krieges und das aufkeimende Heldentum der in ihm kämpfenden Soldaten eines gewissen Ordens der Vergangenheit, einzufangen und dem Hörer zu vermitteln, ihm gewissermaßen bildlich vor Augen zu führen. ,,Bund des Blutes“, welches fast ausschließlich im mittleren Tempo gehalten ist, schlägt in eine ähnliche Kerbe. Allerdings geht man hier wesentlich melodischer zu Werke, um im Einklang mit den härteren Passagen eine zutiefst kämpferische Stimmung zu schaffen, was hervorragend funktioniert. Ebenso erhält eine gewisse Epik Einzug, als das Tempo in der Mitte nochmals gedrosselt wird und die kraftvollen Schreie des Sängers S.H. zusätzlich von seinem ebenso kraftvollem Klargesang unterstützt werden. In der Tradition der ersten beiden Lieder steht auch das letzte Stück der A-Seite, mit dem Titel ,,Freivolk“. Dieses lebt von seiner eingängigen, über weite Teile des Liedes thronenden Hauptmelodie und erzeugt mit ihr und im Einklang mit dem vom sich befreienden Volk handelnden Text, die Stimmung eines wahrhaftigen Befreiungsschlages gegen unsere verrottene moderne Welt.

Seite B enthält die Stücke einer mittlerweile ausverkauften EP aus dem Hause Stahlfront, welche ebenfalls das erste Mal auf Vinyl erscheint und gleichzeitig auch für die mittlerweile gewachsene Hörerschaft wieder verfügbar gemacht wurde. Um dem neuen Hörer dieser Stücke nicht allzu viel vorweg zu nehmen, werden wir hier nur kurz auf die einzelnen Lieder eingehen. Vorab sei lediglich erwähnt, dass die hier präsentierte Variante des ausverkauften Tonträgers für Kenner sogar mit einer kleinen Überraschung aufwartet. Anstelle des von der CD bekannten Einklangs, befindet sich eine gänzlich andere, wesentlich düsterer gehaltene Einleitung, welche die Funktion einer Brücke zwischen beiden Schaffensphasen einnimmt und diese somit vereint.  Anschließend bricht aber, wie vom Original gewohnt, das brachiale Eröffnungsstück den Sturm los, den die komplette hiesige B-Seite darstellt. Das Titelstück der EP, obwohl wesentlich melodischer gehalten, sowie die darauffolgende Interpretation eines Marduk Klassikers, stehen dem an Intensität und musikalischem Können in nichts nach. Den Abschluss der B-Seite krönt dann eine weitere Nachspielversion, dessen Original von einer berühmt berüchtigten Rockgruppe aus Sachsen stammt und welche mittlerweile zum Klassiker Stahlfronts avanciert ist. Selbst in seinem Black Metal Gewand lädt das Lied zum mitsingen ein und Stahlfront schaffen es sogar ihrer Interpretation des Liedes ein Gänsehaut erregendes Finale zu spendieren. Der unveränderte Ausklang lässt dann nach diesem Höhepunkt die leider recht kurze EP und somit auch die ,,Schattenkrieger“ Zusammenstellung kurz und bündig ausklingen.


Zum Abschluss sei zu sagen, dass dem Hörer auf Schattenkrieger musikalisch einiges geboten wird, haben Stahlfront in dieser, vom heutigen Standpunkt aus betrachtet mittleren Schaffensphase, einige ihrer besten Lieder geschrieben, welche durch die ,,Schattenkrieger“ LP nun erstmals auf Vinyl, sowie auf einem gemeinsamen Tonträger veröffentlicht wurden. Daher sei auch erwähnt, dass, wer bei dieser Zusammenstellung auf bisher unveröffentlichte ältere Stücke und ähnliche Überraschungen gehofft hat oder die Veröffentlichungen, auf denen die Lieder der ,,Schattenkrieger“ LP ursprünglich erschienen sind, bereits besitzt und diese nicht in zwei Formaten benötigt, dieser hier nicht auf seine Kosten kommen wird. Wer allerdings seine Plattensammlung um eine weitere Schallplatte Stahlfronts erweitern möchte oder die hier vorliegenden Titel noch nicht sein Eigen nennen darf, der wird hier bestens bedient. Für diese Zielgruppe sei daher auch eine klare Kaufempfehlung ausgesprochen!

Limitiert ist ,,Schattenkrieger“ auf 250 Exemplare und erhältlich beim Hammerbund!